
Papageien
Papageien sind wunderschöne und hochintelligente Tiere. Gerade deshalb sind sie so beliebt. Wer einen Papagei als Haustier halten will, sollte sich umfasend über die Bedürfnisse dieser Vögel informieren und sich ernsthafte und kritische Gedanken über das zukünftige Leben seines Tieres machen.
Unzählige Papageien sitzen tagtäglich allein, in viel zu kleinen Käfigen, ausgestattet mit glatt geschliffenen Holzstangen. Zum Fressen gibt es eine Körnermischung mit vielen Sonnenblumenkernen und Nüssen. Hin und wieder gibt es mal ein neues Spielzeug und wenn der Besitzer Zeit hat, beschäftigt er sich mehr oder weniger intensiv mit dem Tier.
Das alles ist völlig unzureichend.
Natürlich ist es spannend, mit einem so intelligenten Tier zusammen zu leben. Leider unterschätzen aber viele diese Intelligenz!
Papageien brauchen einen Artgenossen, viel Platz, ständig neue Anregungen und sinnvolle Beschäftigungen. Dieses Pensum zu gewährleisten ist nicht einfach. Ein einsamer, völlig unterforderter und frustrierter Vogel wird irgendwann anfangen, mit Verhaltensstörungen zu reagieren. Dies überfordert die Besitzer in der Regel völlig und der Traum vom Papagei wird zum Alptraum für Mensch und Tier.
Verhaltensstörungen
Unter Verhaltensstörungen versteht man alle Verhaltensweisen, die von der "Norm" abweichen und nicht auf medizinische Ursachen zurück zu führen sind.
Zu den am häufigsten auftretenden Verhaltensstörungen gehören:
Federrupfen
Bewegungsstereotypien
übermäßige Lautstärke
Aggressionen
Zerstörungswut
Kannibalismus

Lassen Sie es bitte nicht so weit kommen. Greifen Sie rechtzeitig ein und vor allem informieren Sie sich vorher.
Papageienernährung:
Die Ernährung der Papageien spielt bei der Haltung eine große Rolle und ist ein ganz entscheidender Faktor für den Gesundheitszustand der Tiere. Je nach Papageienart, gibt es hierbei große Unterschiede. Deshalb kann ich hier auch nur ein paar wichtige Details ansprechen.
Futtermenge:
Ein wichtiger Faktor ist die richtige Menge an Futter. Die meisten Papageienhalter füttern zu viel. Ein ausgewachsener Vogel hat einen Tagesbedarf von 5% seines eigenen Körpergewichts. Wenn man das mal am Beispiel einer Blaustirnamazone berechnet, kommt man auf folgendes Ergebnis:
Eine Blaustirnamazone wiegt im Durchschnitt 460 g. Bei 5% macht das gerade mal 23 g Futtermenge am Tag. Wenn man sich diese Menge mal mit einer Küchenwaage abwiegt, wird man sehen, dass dies nicht viel ist.
Was passiert, wen man wesentlich mehr Körner in den Napf gibt??
Der Vogel hat bei dem luxuriösen Futterangebot die freie Auswahl und wird sich ausschließlich die Körner raussuchen, die ihm am besten schmecken. Der Rest bleibt im Napf. Leider sind es meistens die Körner mit dem höchsten Gehalt an Fett z.B. Sonnenblumenkerne, die am besten schmecken. Das Ergebnis dürfte klar sein.
Fazit: Füttern Sie eine abwechslungsreiche Körnermischung und nur die täglich benötigte Menge.
Obst und Gemüse:
Täglich frisches Obst und Gemüse sollte auf dem Speiseplan eines Papagei nicht fehlen. Hier bietet sich eine sehr breite Palette an Möglichkeiten. Sollte Ihr Vogel das eine oder andere Obst verschmähen, bieten Sie es nach einer Weile ruhig noch mal an. Unsere Amazonen haben lange Zeit keine Kiwis gefressen. Sie haben diese Frucht fast empört ausgespuckt. Ein halbes Jahr später, haben sie sich begeistert drauf gestürzt. Beim Thema Obst und Gemüse ist jeder Vogel etwas anders. Da heißt es anbieten, ausprobieren, experimentieren.
Was darf gar nicht sein ??
An erster Stelle steht hier die Avocado: Sie sind giftig für Papageien und dürfen niemals verfüttert werden.
Erdnüsse mit Schalen

Erdnüsse mit Schalen sind ein extrem hoher Risikofaktor bei der Übertragung von Schimmelpilzen (Aspergillus fumigatus). Die Schimmelpilze werden beim Fressen aufgenommen und befallen die Lunge und die Luftsäcke der Tiere.
Die Asperigillose ist nicht heilbar. Man kann sie höchstens mit aufwendigen Methoden in Grenzen halten. Die Asperigillose ist eine der häufigsten Todesursachen bei Papageien. Deshalb sollte man auf das Verfüttern von Erdnüssen völlig verzichten. Dazu kommt, dass Erdnüsse einen sehr hohen Fettgehalt haben, was auf Dauer der schlanken Linie schadet.